Zum Tod von Alfred Noll

Von der Redaktion

Mit Alfred Noll verliert die österreichische Linke einen streitbaren Intellektuellen, außerordentlichen Juristen, Publizisten und die Volksstimme einen profunden Autor und Freund.

Alfred Noll wuchs in Salzburg auf und betätigte sich schon als Schüler im Werkschulheim Felbertal politisch. Während seines Jus-Studiums in Salzburg wirkte er im Kommunistischen Studentenverband (KSV) mit. Er wechselte nach dem Studium nach Wien, wo er ab 1992 als Anwalt arbeitete und sich auf Medien- und Verfassungsrecht und Menschenrechte konzentrierte.

An der Universität für Bodenkultur lehrte er als Universitätsprofessor öffentliches Recht. Noll wurde in die österreichische Juristenkommission berufen und gehörte dem Ausschuss der Rechtsanwaltskammer an. Bis deren Auflösung war Noll auch Mitglied der Vereinigung demokratischer Juristen.

Noll befasste sich stets mit Fragen der Sicherung und Ausgestaltung der Demokratie und trat engagiert gegen antidemokratische und autoritäre Tendenzen auf. Als vielseitiger Publizist befasste er sich mit den frühbürgerlichen Philosophen und Staatstheoretikern Lock, Hobbes und Kant, woraus mehrere Buchveröffentlichungen resultierten.Er wirkte an der Herausgabe mehrerer wissenschaftlicher Periodika mit. Für sein publizistisches Werk erhielt er den Staatspreis für Kulturpublizistik.

Vor wenigen Monaten gab Noll eine Essaysammlung seines Freundes des Schriftstellers Michael Scharang heraus, dessen 80. Geburtstag er vor kurzem in der Volksstimme (2/26) würdigte.

Von 2017 bis 2019 war Noll Abgeordneter des Österreichischen Nationalrats auf der Liste Jetzt. Bis zuletzt gehörte er auch dem Vorstand der Alfred Klahrgesellschaft an. Die KPÖ konnte auf Nolls Expertise und juristischen Rat zurückgreifen.2024 wurde Noll von der KPÖ Plus in Salzburg in den Aufsichtsrat des städtischen Messezentrums entsandt.

Ende 2025 wurde er auch Aufsichtsratsmitglied der Wiener Festwochen.

Zuletzt erschien Nolls Beitrag »Das Alter der Grundrechte und die Grundrechte des Alters« in der Volksstimme in der Nummer 11/2025.

Sein plötzlicher Tod lässt uns erschüttert zurück.

Unser Beileid gilt seiner Familie.

Die Redaktion der Volksstimme