Das gute Leben für Alle erkämpfen! FOTO: KSV-LILI

Das gute Leben für Alle erkämpfen!

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Der KSV-LiLi geht mit dem besten Ergebnis im Rücken und mit Lola Fürst als Listenerste in die ÖH-Wahl 2023 von 9. bis 11. Mai.

Bei den ÖH-Wahlen 2021 hat der Kommunistische Student_innenverband - Linke Liste sein bisher bestes Ergebnis eingefahren und zwei Mandate in der ÖH-Bundesvertretung und 3 Mandate auf der Universitätsvertretung der Uni Wien erreicht.

Dieses Jahr tritt der KSV-LiLi nicht nur an der Uni Wien und bundesweit an, sondern legt neben Boku, VetMed, Ph Wien und FH Campus auch einen Fokus auf Innsbruck, wo an der Leopold-Franzens Uni und auch erstmals an der Medizinischen Uni kandidiert wird. Listenerste bundesweit und an der LFU Innsbruck ist 2023 die 21-jährige Philosophiestudentin und Buchhändlerin Lola Fürst.

Maximilian Maydl hat sie zum Interview getroffen:

Zu Beginn: Warum ist eine linke ÖH so wichtig?

LOLA FÜRST: Neoliberales Konkurrenzdenken hat an Hochschulen nichts verloren, deshalb braucht es eine ÖH, die die Interessen der Studierenden, nicht die von Wirtschaft und Politik, vertritt. Die ÖH hat durch ihr gesetzlich gesichertes allgemeinpolitisches Mandat auch einen gesellschaftlichen Einfluss; sie trägt die Verantwortung für eine emanzipatorische, feministische und antirassistische Politik einzustehen.

Durch die aktuellen Preiserhöhungen sind so viele Studierende wie nie zuvor in finanzielle Not geraten. Wie wollt ihr Studierenden dahingehend helfen?

LOLA FÜRST: Wir kämpfen für die Abschaffung jeglicher Studiengebühren und eine Grundsicherung für alle Studierenden, damit jede*r es sich leisten kann, eine Hochschule zu besuchen.

Wir fordern auch Mensenessen um höchstens zwei Euro und eine kostenlose automatische Krankenversicherung für alle Studierenden; dennoch ist uns klar, dass ohne die Abschaffung des Kapitalismus nie echte Gerechtigkeit herrschen kann – auch nicht an den Unis.

Ihr fordert feministische Hochschulen gegen das Patriarchat. Wie wollt ihr die Hochschulen feministischer machen?

LOLA FÜRST: Um den patriarchalen Strukturen an den Unis entgegenzuwirken, wollen wir ein Büro für die Meldung sexistischer Vorfälle und sexualisierter Gewalt. Wir setzen uns dafür ein, dass Menstruation als Fehlgrund anerkannt wird, Hochschulangestellte Weiterbildungen zu Geschlechtersensibilität bekommen und das Betreuungsangebot ausgeweitet wird. Außerdem fordern wir einen Abtreibungstopf, um ungewollt Schwangere finanziell zu unterstützen.

Eine andere Forderung von euch lautet »Rechte Albträume wahr machen«. Was kann man sich konkret darunter vorstellen?

LOLA FÜRST: Das bedeutet, dass wir rechtsextreme Kontinuitäten in der Gesellschaft und an den Hochschulen erkennen und bekämpfen wollen. Wir unterstützen aktiv antifaschistische Strukturen und wollen die ÖH selbst antifaschistisch gestalten. Auch ein Couleurverbot und kritische Forschung zu Rassismus, Antiziganismus und Antisemitismus sind notwendig, um sich als ÖH dem allgegenwärtigen Rechtsruck entgegenzustellen.

Wir haben letztes Jahr an vielen Hochschulen Hörsaalbesetzungen der Erde brennt-Bewegung gesehen. Was fordert ihr in Bezug auf den Klimawandel?

LOLA FÜRST: Wir haben die Besetzungen in Wien und Innsbruck unterstützt, denn es ist wichtig, dass sich Studierende gegen klimaschädliche Politik einsetzen. Die Hochschulen sollten ihre gesellschaftliche Rolle als Meinungsmacherinnen wahrnehmen, um Druck auf die Verantwortlichen auszuüben. Denn die Verantwortung für die Klimakatastrophe liegt nicht bei Einzelpersonen, sondern beim Wirtschaftssystem.

Auch hier wissen wir, dass es im Kapitalismus keine Lösung geben wird. Antikapitalismus ist Klimaschutz!

Zu guter Letzt: Was sind eure Ziele für die ÖH-Wahl 2023?

LOLA FÜRST: 2021 haben wir unsere absolute Stimmenzahl steigern können. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass nach der Pandemie die Wahlbeteiligung wieder höher ausfallen wird. Deshalb setzen wir uns als Ziel vor allem die weitere Steigerung unserer absoluten Stimmen.

Natürlich wollen wir unsere Mandate auf der Bundesebene und an der Uni Wien halten – und an der Uni Innsbruck ist es unser Hauptziel mit einem Einzug in die Universitätsvertretung die konservative Mehrheit von ÖVP-AG und Junos zu brechen.

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Gelesen 1383 mal Letzte Änderung am Freitag, 19 Mai 2023 09:21
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